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Slow German

Annik Rubens talks slowly about German culture and everyday life. The transcript can be read along.
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Sep 22, 2014 0

Hier bekommt Ihr das komplette Lernmaterial für die Oktoberfest-Folge, dazu noch die Folge normal schnell gesprochen und die Vokabelliste.

Sep 22, 2014 0

Liebe Abonnenten, zunächst einmal vielen lieben Dank dafür, dass Ihr mich unterstützt! Neben dem Lernmaterial und den normal schnell gesprochenen Folgen wird es hier auch immer wieder kleine Audio-Episoden geben, die ich speziell für Euch aufnehme. So wie heute. Ich möchte Euch zwei Dinge erzählen. Zum einen ist am Samstag das größte Volksfest der Welt gestartet, das Oktoberfest. Über 6 Millionen Besucher werden das Oktoberfest in München besuchen – es dauert knapp zwei Wochen lang. Das Oktoberfest ist wirklich riesig – und es gibt natürlich eine Slow German-Folge darüber, das Lernmaterial dazu stelle ich Euch als Premium Content zur Verfügung.

Die Slow German-Folge über das Oktoberfest: http://www.slowgerman.com/2007/09/21/slow-german-014-das-oktoberfest/

Am Samstag Abend gab es dann im Fernsehen eine Sendung, die Euch auch interessieren dürfte: Den Bundesvision Song Contest. Stefan Raab ist einer der bekanntesten Fernsehmoderatoren in Deutschland. Seit gut zehn Jahren veranstaltet er den Bundesvision Song Contest. Das ist wie der Name schon sagt ein Wettbewerb für Musik. Aus jedem deutschen Bundesland tritt eine Band oder ein Musiker an, und am Ende dürfen die Zuschauer entscheiden, wer gewinnt. Das Besondere: Die Teilnehmer müssen mindestens die Hälfte des Liedes auf Deutsch singen. Diesmal war besonders viel HipHop dabei, aber auch Pop und Jazz. Also, wenn Ihr Lust habt, hört doch mal rein – es gibt alle Songs im Internet zu hören. Gewonnen hat übrigens die Band Revolverheld – die werde ich heute noch als Musiktipp auf www.slowgerman.com vorstellen.

Zur Seite des Bundesvision Song Contest: http://tvtotal.prosieben.de/events/bundesvision-song-contest/2014/

Schöne Grüße aus München und bis bald! Eure Annik

Sep 18, 2014 0

In diesem Paket bekommt Ihr, meine lieben Abonnenten, alles, was Ihr braucht.

In der Desktop-Version:

- Die Episode langsam gesprochen als MP3-Datei- Die Episode normal schnell gesprochen als MP3-Datei
- Den Text zur Episode als PDF
- Die Vokabelliste Deutsch-Englisch zur Episode als PDF
- Eine Seite Multiple-Choice Fragen (und Antworten) als PDF
- Verständnisfragen (und Antworten) als PDF
- Einen Lückentext als PDF (mit Auflösung)

In der App ist für Euch das ganze Lernmaterial, der Text und die Vokabelliste gebündelt als PDF. Die normal schnell gesprochene Episode findet Ihr im Bonusmaterial der Folge selbst.

Ich freue mich über Eure Unterstützung und hoffe, dass ich Euch noch viel mehr Premium-Material basteln kann!

Sep 18, 2014 0

Es ist so weit - endlich gibt es einen Premium Podcast für Slow German. Jetzt gerade ist er gestartet - Ihr könnt zur aktuellen Folge "Stolpersteine" bereits ein Premium-Paket bestellen.

Das alles ist sehr neu für Euch - aber auch für mich. Wenn etwas nicht funktioniert oder wenn ich etwas verbessern könnte - oder wenn Ihr Euch andere Premium-Inhalte wünscht, dann schreibt mir bitte an premium@slowgerman.com.

Danke!

 

Sep 17, 2014 0

Ich war dieses Jahr zwei Mal in Berlin. Ich mag die Stadt. Sie ist groß und doch klein, wenn Ihr versteht was ich meine. Berlin ist Deutschlands größte Stadt – aber sie ist in viele Stadtviertel unterteilt, die dann doch den Charme von einer Kleinstadt haben. Was ich Euch aber eigentlich erzählen möchte ist die Geschichte der Stolpersteine. Wenn Ihr in Berlin unterwegs seid und mal auf den Boden blickt, dann werdet Ihr sie schnell entdecken.
Stolpersteine sind golden glänzende Pflastersteine auf dem Gehweg. Der Gehweg ist der Streifen auf der Straße neben der Fahrbahn, auf dem sich die Fußgänger ungestört bewegen können. Aber das wisst Ihr sicher, oder? Wird auch Bürgersteig genannt, oder bei uns in Bayern gerne auch mal französisch „Trottoir“. Zurück zu den Stolpersteinen. Dahinter steckt ein Künstler namens Gunter Demnig. 1995 begann er mit der Aktion in Köln, danach kam Berlin dran. Die Behörden wurden zunächst nicht um Erlaubnis gebeten. Später schon.
Was steht auf den Stolpersteinen? Es sind die Namen von NS-Opfern. Verlegt vor den Häusern, in denen sie beispielsweise vor ihrer Deportation in Konzentrationslager lebten. Darunter meist das Geburtsdatum der Personen, das Datum ihrer Deportation und ihrer Ermordung in Konzentrationslagern. Einige haben den Freitod gewählt, wie man so schön sagt – sich also selber umgebracht. Es sind die Namen von Frauen, Männern und Kindern, von alten Menschen und jungen.
Finanziert wird das Projekt durch Spenden, denn immerhin kostet ein Stein mit Messingplatte rund 120 Euro. 48000 Steine wurden bislang in ganz Europa verlegt.
Hier in München ist die Verlegung auf öffentlichem Grund nicht erlaubt – daher gibt es nur einige Stolpersteine auf privaten Grundstücken. Im Internet kann man sich in Ruhe alle Stolpersteine ansehen und lesen, was über die erwähnten Personen bekannt ist. Es sind meist schreckliche Geschichten, die sich aus den wenigen Daten ablesen lassen. Daher finde ich diese Art des Gedenkens an den Holocaust viel wirksamer als ein riesiges Mahnmal wie jenes in Berlin, das gerade bröckelt. Denn man kommt um die Stolpersteine nicht herum – sie sind überall. Das zeigt, wie riesig das Ausmaß der Gräueltaten war. Es traf in jeder Straße jemanden, in vielen Häusern ganze Familien.
Stellt Euch die Straße vor, in der Ihr lebt – und blickt auf die Häuser dort. Seht Ihr das Haus an der Ecke? Da wäre vielleicht die ganze Familie abgeführt und ermordet worden. Die Bewohner des gelben Hauses weiter vorne auch. Und der Herr mit dem Hund, der immer zur gleichen Zeit spazieren ging. Schrecklich, oder?
Ich hoffe, Ihr lebt in friedlichen Zeiten und Ländern – wenn nicht, wünsche ich Euch viel Kraft und Energie und Gesundheit.
Damit möchte ich heute schließen und noch kurz auf eine Neuerung aufmerksam machen: Seit heute gibt es einen Premium Podcast von Slow German. Wenn Ihr diesen abonniert, bekommt Ihr automatisch zur MP3-Datei auch eine Vokabelliste und Lernmaterial als PDF. Mehr dazu auf www.slowgerman.com. Danke für Eure Unterstützung!

Jul 30, 2014 0

Wenn Ihr in Deutschland einkaufen geht, werdet Ihr sehr oft das Wort „Bio“ sehen. Es ist derzeit im Trend. Es gibt ganze Abteilungen in Supermärkten, in denen alles „bio“ ist. Und nicht nur das: Es gibt ganze Supermärkte, in denen alles „bio“ ist. Es gibt kleine Aufkleber oder so genannte Siegel, die dem Käufer versichern, dass das Produkt wirklich aus ökologischem Anbau stammt. Was bedeutet das?
Es gibt eine gesetzliche Definition dafür, was in Europa ökologisch ist. Unter anderem gehört zu dieser Definition, dass die Produkte nicht gentechnisch verändert sein dürfen. Bei Mais ist das ja zum Beispiel ein Thema. Außerdem dürfen keine Pestizide, also Gifte zur Bekämpfung von Schädlingen, eingesetzt werden, ebensowenig wie Kunstdünger. Bei Fleisch geht es natürlich darum, dass die Tiere artgerecht gehalten werden sollen und weniger Antibiotika und Wachstumshormone bekommen. Achtet mal darauf, wenn Ihr in Deutschland einkauft – entweder steht „Bio“ drauf oder es ist eine kleine grüne Fahne abgebildet mit einem Blatt, das aus Sternchen besteht...
Viele Bio-Produkte sind teurer als die herkömmlich hergestellten Lebensmittel. Aber das nehmen einige Deutsche in Kauf, um gesünder zu leben. Ich kann Euch mal erzählen, wie ich das selber mache. Jeden Dienstag gehe ich ins Internet. Dort gibt es einen Service, der nennt sich Ökokiste. Das ist ein Online-Shop für ökologische Lebensmittel. Dort bestelle ich Brot, Joghurt, Milch, Käse, Wurst, Obst und Gemüse. Am Donnerstag stehen dann morgens bei mir vor der Tür große Kisten mit den bestellten Lebensmitteln. In der nächsten Woche kommen dann neue Kisten, und die alten werden wieder mitgenommen. So habe ich keinen Müll durch Plastiktüten. Praktisch, oder?
Ich achte beim Einkauf darauf, dass ich auch regionale Lebensmittel kaufe. Wenn ich Äpfel kaufen möchte, steht genau dabei, aus welchem Land sie kommen. Wenn es möglich ist, kaufe ich dann deutsche oder österreichische Äpfel, keine aus Neuseeland. Ich finde es wichtig, regionale Produkte zu kaufen. Damit unterstützt man die Bauern aus der eigenen Region.
Die Produkte, die es bei der Ökokiste nicht gibt, oder die mir dort schlicht zu teuer sind, kaufe ich dann im normalen Supermarkt ein. Dort schaue ich auch zuerst in die Bio-Abteilung, und erst wenn dort nichts ist, nehme ich ein „normales“ Produkt. Diese Woche ging es mir bei Himbeeren so – eine Schale mit 125 Gramm hat über 5 Euro gekostet! Das wollte ich nicht zahlen.
Mit dem Einkauf kann man die Welt verändern – das glaube ich und das glauben viele Deutsche. Aber es ist schwierig, immer das Richtige zu tun. Es gibt so viele Faktoren, auf die man achten muss! Ich möchte, dass die Tiere nicht gequält werden, also kaufe ich beispielsweise Bio-Eier, da werden die Tiere mit etwas mehr Platz auf dem Boden und draußen gehalten und nicht im Käfig wie in anderen Ländern. Jedes Ei hat einen Aufdruck – da kann man lesen, wo es herkommt und wie das Tier gehalten wurde. Ich kaufe nur Bio-Eier, also die Eier auf denen eine „0“ steht.
Dann geht es natürlich noch um Gifte oder Zusatzstoffe, die wir in unserem Essen nicht haben wollen. Und um die Arbeitsbedingungen für die Menschen, die unsere Lebensmittel herstellen. Auch bei Kleidung sollte man auf so etwas achten – aber das tun leider wenige Menschen. Was noch? Die Transportwege habe ich schon angesprochen, lieber Produkte aus der Region kaufen, die jetzt gerade Saison haben. Saison haben bedeutet, dass sie jetzt gerade auf dem Feld wachsen – und nicht im Gewächshaus geerntet wurden. Niemand braucht Erdbeeren im Dezember!
Und dann sollten wir alle viel weniger Fleisch essen – auch das ist ein Trend in Deutschland. Früher, also zu Zeiten meiner Großeltern, gab es nur einmal pro Woche Fleisch. Fleisch war wertvoll, es war etwas Besonderes. Mittlerweile ist es normal geworden, jeden Tag Fleisch zu essen. Aber das ist weder gesund noch gut für unsere Erde. Die Fleischherstellung braucht viel Wasser, die Tiere werden oft nicht gut gehalten und mit Medikamenten und Hormonen behandelt – und es ist besser für uns, wenn wir viele verschiedene Dinge essen. Ein schwieriges Thema.
Ich finde es wichtig, dass man sich wenigstens Gedanken über diese Themen macht und versucht, das eigene Verhalten zu überdenken. Lebensmittel sollten nicht gekauft werden, weil sie besonders billig sind, sondern weil sie besonders gut sind! Die Deutschen geben mit am wenigsten Geld für Lebensmittel aus – unsere europäischen Nachbarn geben viel mehr aus. Es ist wichtig, dass wir wieder lernen, das Essen zu genießen, anstatt möglichst große Mengen zu essen. Oder? Wie ist das in Eurem Land? Schreibt gerne in die Kommentarfunktion, ich bin gespannt!

Jul 17, 2014 0

Ich habe in Folge #043 von Slow German über Graf von Stauffenberg gesprochen. Er versuchte zwei Mal, Adolf Hitler zu töten – leider gelang es ihm nicht. Viele von Euch haben mich jetzt nach weiteren Geschichten über den deutschen Widerstand im Zweiten Weltkrieg gefragt, und hier in München denke ich da natürlich sofort an Sophie Scholl und die Gruppe „Die weiße Rose“. Ich werde Euch davon erzählen.
Es fing alles an mit zwei Freunden. Christoph Probst und Alexander Schmorell kannten sich schon aus der Schule. Sie fingen an, Medizin in München zu studieren – und lernten dort Willi Graf und Hans Scholl kennen. Die Schwester von Hans war Sophie Scholl – sie begann 1942 ebenfalls zu studieren, allerdings nicht Medizin, sondern Biologie und Philosophie. Die Studentengruppe traf sich um zu diskutieren, besuchte aber auch Vorlesungen zusammen.
Die Geschwister Scholl fanden den Nationalsozialismus am Anfang noch gut. Immerhin konnte man mit der Hitlerjugend gemeinsame Ausflüge machen, es wurde ein Gemeinschaftsgefühl geprägt. Doch je mehr sie sich mit Philosophen wie Kierkegaard oder den Schriften von Thomas von Aquin auseinandersetzten, desto kritischer wurden sie. Es ging ihnen um christliche Wertvorstellungen, die sie nicht mehr gewahrt sahen. Werte wie Freiheit und Gerechtigkeit. Immer häufiger hörten sie von den Greueltaten der Nazis. Von verschleppten behinderten Kindern, vertriebenen Juden, gequälten Strafgefangenen. Einige der jungen Männer waren an der Front in Polen und sahen das Elend im Warschauer Ghetto.
Sie begannen, Flugblätter zu schreiben. Flugblätter sind bedruckte Papiere, die an die Menschen verteilt werden. In den Flugblättern riefen sie zu passivem Widerstand auf. Die ersten Flugblätter wurden anonym per Post verschickt, und zwar an Intellektuelle in Bayern. Später verteilten sie die Blätter in verschiedenen Städten.
Sie vernetzten sich mit anderen Widerstandsgruppen – ihre Flugblätter haben mittlerweile eine Auflage von bis zu 9000 Stück. Ihr müsst Euch das vorstellen – das war natürlich lange vor der Zeit, als jeder einen Drucker zu Hause stehen hatte! Stellt euch vor, damals hätte es schon Facebook gegeben und Twitter – wieviel einfacher hätten es die Geschwister Scholl gehabt!
Die Gruppe, die sich „Die weiße Rose“ nannte, wurde immer aktiver. Die Studenten zogen nachts los und malten auf Hausfassaden Sprüche wie „Nieder mit Hitler“. Dann schrieb Professor Kurt Hubert, ein Mentor der Studenten, den Text für ein weiteres Flugblatt. Natürlich gegen Hitler. Als die Freunde es im Hauptgebäude ihrer Universität verteilten, wurden sie vom Hausmeister erwischt und an die Gestapo übergeben. Vier Tage später wurden sie zum Tode verurteilt und hingerichtet. Wenig später wurden weitere Mitglieder der Widerstandsgruppe vor Gericht gestellt, viele inhaftiert, einige zum Tode verurteilt.
Aber der Kampf gegen die Nazis ging weiter. Es wurden weiterhin Flugblätter verteilt, unter anderem auch in Hamburg. Das letzte, sechste Flugblatt, wurde 1943 sogar von britischen Kampfjets über Deutschland abgeworfen. Und zwar hunderttausende Kopien.
Sophie Scholl starb im Alter von 21 Jahren. Zum Glück hat es sie und ihre Freunde und ihren Bruder gegeben. Ich freue mich, dass es während der Nazizeit solche Menschen gab. Leider zu wenige. Besonders hier in München sind die Geschwister Scholl nicht vergessen. Der Platz vor der Universität wurde nach ihnen benannt, das Politikinstitut an dem ich studiert habe heißt „Geschwister Scholl Institut“, es gibt in der Uni eine Gedenkstätte mit einem kleinen Museum, und im Justizpalast wurde der Gerichtssaal, in dem die Mitglieder verurteilt wurden, ebenfalls zur Gedenkstätte gemacht.
Es gibt übrigens einen guten, wenn auch natürlich sehr traurigen, Film über diese Widerstandsgeschichte. Die Links gibt es auf slowgerman.com.

Jun 24, 2014 0

 

Schulbücher haben einen Nachteil: Sie sind meist nicht neu. Was in ihnen steht ist zwar richtig, aber oft veraltet. Auch, wenn es um die Sprache geht. Wenn Ihr gerade Deutsch lernt, kann es sein, dass Ihr von der deutschen Sprache, wie wir sie gerade sprechen, nicht viel wisst. Fangen wir mit dem Handy an. Es ist natürlich bei Teenagern sehr wichtig – aber auch viele Erwachsene haben ständig ihr Mobiltelefon in der Hand. Was tun wir mit dem Handy? Wir surfen im Internet, wir telefonieren, wir mailen oder wir schreiben eine SMS. Das nennen wir kurz „simsen“. Wir laden uns Apps herunter.

 

Natürlich benutzen wir auch die sozialen Netzwerke – wir „facebooken“ oder „twittern“. Wir „skypen“ gerne und wir „googeln“ natürlich, wenn wir etwas im Internet suchen. Wenn wir etwas gefunden haben, das wir mögen, können wir es im Internet „herunterladen“, das Gegenteil ist das „hochladen“ von Dateien. Ich lege Dateien gerne in die Dropbox, oder ich lege sie auf meinen Server. Dann gebe ich jemandem den Link, ich maile ihm den Link, und er kann auf die Datei zugreifen. Viele Begriffe haben wir aus dem Englischen übernommen, zum Beispiel machen wir ein Backup von unseren wichtigen Daten auf einer externen Festplatte oder in der Cloud. Wir schließen unser Smartphone per USB-Kabel an, oder verbinden es über Bluetooth mit dem Computer. Dann sehen wir, ob das W-LAN funktioniert. Wenn es zu schwach ist, brauchen wir einen Repeater im Haus, der das Signal verstärkt. Erinnert Ihr Euch noch an die Denglisch-Folge von Slow German? Das hier ist gerade die Fortsetzung, glaube ich...

 

Mit meinem Laptop oder Notebook gehe ich ins Internet, wenn ich auf Reisen bin. Dann muss ich darauf achten, dass der Akku voll ist – sonst habe ich keinen Strom mehr. Wenn der Akku leer ist, muss ich das Netzteil dabei haben und es in eine Steckdose stecken. So kann ich den Akku wieder aufladen. Das gilt natürlich auch für mein Handy. Es ist ständig leer.

 

Damit meine Kollegen auch auf wichtige Daten zugreifen können, müssen die Zugangsdaten stimmen. Die Zugangsdaten setzen sich zusammen aus Benutzername und Passwort. Wenn beides stimmt, kann sich mein Kollege „einloggen“ - auch englisch, wie Ihr merkt. Wichtig ist uns in Deutschland der Datenschutz und unsere Privatsphäre in sozialen Netzwerken. Viele von uns wollen, dass unsere Daten im Internet verschlüsselt sind und sie so nicht von Fremden gelesen werden können. Es war ein großer Skandal als bekannt wurde, dass das Handy von Bundeskanzlerin Angela Merkel von der amerikanischen NSA abgehört wurde.

 

Natürlich müssen auch wir uns oft ärgern – zum Beispiel über Spam. Auch hier haben wir das englische Wort übernommen. Es nervt, wenn wir unsere Mails abrufen und die Hälfte davon ist Spam! Wenn wichtige E-Mails kommen, können wir diese ausdrucken – aber das ist nicht gut für die Umwelt, wie wir wissen. Deswegen versuchen wir gerne, ein so genanntes papierloses Büro zu haben – Dokumente die per Post kommen, werden eingescannt und liegen dann als digitale Kopie vor. Das Original wandert in den Aktenvernichter. Das ist eine Maschine, die das Papier zerschneidet, damit es nicht mehr gelesen werden kann. Fallen Euch noch weitere moderne deutsche Begriffe ein oder habt Ihr Fragen? Dann geht auf Slowgerman.com und schreibt in die Kommentarfunktion. Dort gibt es auch wie immer Premium Content: Lernmaterial zu dieser Folge und die normal schnell gesprochene Episode. Bis zum nächsten Mal! Eure Annik.

 

Jun 10, 2014 0

Es wird Zeit, dass wir über Angela Merkel sprechen. Sie ist seit 2005 die deutsche Bundeskanzlerin. Geboren wurde sie 1954 in Hamburg, ihr Vater war Theologe, ihre Mutter Lehrerin. Mit dem Baby zogen die Eltern in die damalige DDR – dort wuchs Angela Merkel also auf. Sie studierte in Leipzig Physik und heiratete 1977, also mit 23 Jahren, einen Physikstudenten. Er hieß Merkel. Fünf Jahre später waren sie wieder geschieden – aber den Namen trägt sie bis heute. 1984, also mit 30 Jahren, lernte sie Joachim Sauer kennen, den sie 15 Jahre später heiratete und mit dem sie auch heute noch zusammen ist. Er ist Quantenchemiker.

Aber weiter zum beruflichen Werdegang unserer Kanzlerin: 1986 bekam sie ihren Doktortitel. Politisch engagierte sie sich einige Jahre später beim neu gegründeten „Demokratischen Aufbruch“. Nach der Wende fusionierte diese Partei mit der westdeutschen CDU. Nach der Wiedervereinigung 1990 wurde sie Ministerialrätin im Bundespresse- und Informationsamt. Ihre politische Karriere begann. Im Dezember wurde sie Abgeordnete des Deutschen Bundestages. Dann ging es schnell weiter: Sie wurde Bundesministerin für Frauen und Jugend. Bundeskanzler Helmut Kohl hatte sie nominiert. Er protegierte sie, und noch heute wird Angela Merkel gerne als „Kohls Mädchen“ bezeichnet. 1994 wurde Merkel Bundesumweltministerin, 1998 CDU-Generalsekretärin, zwei Jahre später CDU-Vorsitzende. 2005 wurde sie dann zur Kanzlerin gewählt. Damit war sie die erste Frau in diesem Amt, und die jüngste in diesem Amt – sie war 51 Jahre alt, als sie Kanzlerin wurde. Außerdem war sie auch die erste Naturwissenschaftlerin in diesem Amt und die erste Person aus den so genannten neuen Bundesländern, also aus Ost-Deutschland.

Seither ist Angela Merkel also unsere Bundeskanzlerin. Sie tritt meist in einer Art Uniform auf: Schwarze Hose und buntes Sakko, dazu auffällige Halsketten. Sie ist eine mächtige Politikerin, die meist die einzige Frau unter vielen Männern ist. In Deutschland macht man sich gerne über sie lustig, beispielsweise über die so genannte Merkel-Raute: Angela Merkel legt in ihren Reden immer die Fingerspitzen beider Hände aneinander, so dass ihre Hände eine Raute formen. Kritisiert wird ebenso, dass Merkel nicht viel tut, dass sie versucht, möglichst unauffällig zu sein und sich dadurch „durchzumogeln“. Diese Strategie hat auch Helmut Kohl schon geholfen. Angela Merkel scheint ihr Handy sehr zu lieben, sie schickt viele SMSen und die Empörung war natürlich groß als bekannt wurde, dass ihr Mobiltelefon von der amerikanischen NSA abgehört wurde.

Seit 2006 steht Angela Merkel übrigens jede Woche vor der Kamera, um einen Videopodcast aufzuzeichnen. Im Moment wird sie sehr gelobt, weil sie im Konflikt zwischen Russland und der Ukraine offene Worte gefunden hat und einer der wenigen Menschen ist, die durchaus auch kritisch mit Vladimir Putin sprechen. Übrigens spricht sie gut Russisch – ein Vorteil ihrer ostdeutschen Schulbildung.

Jun 3, 2014 0

Time for a new absolute beginner episode! This time, we're going to a hotel, ok? Let's say, you arrive at the front desk of a hotel. What do you say? First of all, you say „Guten Tag“, or simply „Hallo!“. The receptionist will ask you something along the lines of „Wie kann ich Ihnen behilflich sein?“ meaning „How can I help you?“ and now it's your turn.

Usually you want to check into your room, right? So you say: „Ich habe ein Zimmer reserviert“, meaning: I have a reservation for a room. You can also tell them your name: „Mein Name ist Annik“. The receptionist will look for your name on her list and then say something like: „Ein Doppelzimmer für 3 Nächte?“ meaning „A double-rooom for 3 nights?“ and you can either answer: „Ja, genau“, or „Nein, das ist falsch“. What's wrong with the room? You can tell her you want it only for 2 nights. „Ich habe nur zwei Nächte gebucht“. I only booked two nights. Or you are travelling by yourself, in which case you don't need a double. „Ich brauche nur ein Einzelzimmer“.

She might give you a form to fill out and ask for your passport. „Bitte füllen Sie dieses Formular aus und dann bräuchte ich noch Ihren Pass oder Ausweis“. You can ask whether breakfast is included in the rate. „Ist das Frühstück inklusive?“ and the receptionist will either say „Nein, leider nicht“ or „Ja, natürlich!“. After all this is sorted out, the receptionist will give you directions to your room. Something like „Dort drüben ist der Aufzug. Ihr Zimmer ist im zweiten Stock auf der linken Seite“. You take the elevator to the second floor and your room is on the left. She will then wish you a nice stay „Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt“. Of course you reply: „Danke!“.

Let's say you checked into your room and notice somebody smoked in there. Then you call reception or go down and say: „Mein Zimmer ist ein Raucherzimmer.“ or „In meinem Zimmer riecht es nach Rauch“, meaning it smells of smoke. If you want another room, say „Ich möchte ein anderes Zimmer, bitte“. You can ask all sorts of things from the receptionist. Like: „Ich brauche frische Handtücher, bitte“, if you need fresh towels. Or you can ask for directions to the nearest restaurant: „Wo ist hier in der Nähe ein gutes Restaurant?“. You can ask them to call a cab for you: „Könnten Sie mir bitte ein Taxi rufen?“ or ask where the nearest public transportation is: „Gibt es hier in der Nähe eine Bushaltestelle oder eine U-Bahn-Station?“.

On the day you're leaving, you can ask them to store your luggage for you. „Kann ich mein Gepäck hier lassen?“ And finally you can say goodbye and tell them you enjoyed your stay: „Vielen Dank, es hat uns hier sehr gut gefallen!“ Well, I now wish you „Gute Reise!“ which means have a good trip.

May 20, 2014 0

 

Wer die deutsche Sprache lernt, der lernt das so genannte Hochdeutsch. Dieses Hochdeutsch wird in ganz Deutschland verstanden. Es wird auch Standarddeutsch genannt. Ich mag den Begriff Hochdeutsch nicht, da man dann vermutet, Hochdeutsch sei höher, also besser, als andere Sprachvarianten. Dabei handelt es sich bei dem Begriff Hochdeutsch eigentlich eher um eine geografische Einordnung: Hochdeutsch spricht man in Mitteldeutschland, im Gegensatz zu Niederdeutsch im Norden.

 

 

 

Ihr merkt schon – hier geht es vor allem um die Aussprache. Das angeblich reinste Hochdeutsch spricht man in Hannover. Das bedeutet, dass man in Hannover fast so spricht, wie man auch schreibt. Genau so ist Hochdeutsch auch entstanden. Früher sprach jeder so, wie er wollte. Und als dann mehr Menschen anfingen zu schreiben, musste man sich früher oder später auf eine gemeinsame Schriftsprache einigen – sonst hätte niemand mehr etwas verstanden. Ein heute noch wichtiges Buch ist daher der Duden – benannt nach Konrad Duden. Er gab 1880 das „Orthographische Wörterbuch der deutschen Sprache“ heraus. Dieses Buch wurde sozusagen zur Rechtschreib-Bibel der Ämter. Alle öffentlichen Ämter sollten sich daran halten. Und so verbreitete sich das Hochdeutsch.

 

 

 

Wir wollen uns heute aber mal um die Dialekte kümmern. In jeder Region Deutschlands wird ein anderer Dialekt gesprochen. Hier in München, das liegt in Bayern, wird Bayerisch gesprochen. Das hört sich so an:

 

 

 

XX

 

 

 

Bayerisch ist ein Dialekt, der sehr schwer verständlich ist für jemanden, der gerade Deutsch lernt. Ihr könnt mal versuchen, Musik von bayerischen Bands und Musikern anzuhören, beispielsweise von den Sportfreunden Stiller, von Django 3000 oder von Konstantin Wecker. Sie habe ich alle schon auf slowgerman.com vorgestellt – mit Links zu ihrer Musik. Versteht Ihr, was da gesungen wird?

 

 

 

Wenn nicht, seid bitte nicht frustriert. Auch Menschen aus Norddeutschland verstehen es nicht. Denn die Dialekte sind in Deutschland manchmal wirklich weit vom so genannten Hochdeutschen entfernt. Das heißt: Nicht nur die Aussprache ist anders, sondern auch die Wörter. Und wenn man die nicht kennt, versteht man nichts. Auch der Satzbau ist oft ganz anders. Eigentlich ist ein Dialekt fast schon eine andere Sprache, findet Ihr nicht? In Bayern sagt man beispielsweise „dahoam“ und nicht „daheim“. Und der Dreck oder Schlamm ist der „Baz“.

 

 

 

Manche sagen zu Dialekt übrigens auch Mundart, das ist das deutsche Wort für Dialekt. Das Bayerische hatten wir schon – es gibt aber noch viele andere Dialekte. Sächsisch wird zum Beispiel in Sachsen gesprochen, Hessisch in Hessen, und Schwäbisch in Baden-Württemberg. Besser gesagt: In Teilen von Baden-Württemberg. Denn in manchen Bundesländern gibt es gleich mehrere Dialekte. In Baden-Württemberg gibt es Schwäbisch und Badisch. Wir hören uns mal an, wie Schwäbisch klingt:

 

 

 

XX

 

 

 

Manche Dialekte klingen sehr tief, sehr kehlig. Sie verschlucken oft Buchstaben oder ganze Silben, lassen diese also weg. Andere Dialekte betonen manche Buchstaben extrem. Oder – wie im Fränkischen – sprechen alles sehr weich aus. Da wird aus dem T ein D und aus dem P ein B. Im Süden wird zudem das R gerollt, im Norden eher nicht.

 

 

 

In Deutschland sind manche Dialekte als sympathisch eingestuft, andere als unsympathisch. Bayerisch wird oft gerne als bäuerlich gesehen, also als nicht intellektuell, nicht klug. Das ist natürlich gemein, denn in Bayern gibt es sicherlich nicht weniger kluge Menschen als in anderen Teilen Deutschlands. Ich selber mag den sächsischen Dialekt überhaupt nicht, den schwäbischen dafür sehr gerne. Das hängt oft auch einfach von den Leuten ab, die man kennt – oder von den Regionen selber. Wer gerne in Stuttgart Urlaub macht, der mag sicher auch den dort gesprochenen Dialekt.

 

 

 

Einen letzten Dialekt habe ich noch für Euch: Westpfälzisch. Denn, wie Ihr hier schon merkt – es gibt nicht nur Dialekte, sondern jeder Dialekt hat dann auch nochmal kleine Unterschiede. Manchmal spricht man in einer Ortschaft einen Dialekt, in der fünf Kilometer entfernten Nachbar-Gemeinde schon einen leicht abgeänderten Dialekt. Seltsam, oder? Aber so sind die Menschen nunmal. Mal hören, wie Westpfälzisch klingt:

 

 

 

XX

 

 

 

Wenn Ihr jetzt noch wissen wollt, was meine drei Sprecher hier jeweils gesagt haben – ich sage es nochmal auf Hochdeutsch. Erstmal „hallo“, oder „guten Tag“. Also eine Begrüßung. Und dann „Ich habe keine Ahnung“. Das bedeutet: Ich weiß es nicht. Ich selber spreche leider keinen Dialekt, ich habe es nicht gelernt. Aber ein Norddeutscher wird durchaus an meiner Sprachmelodie hören, dass ich aus Süddeutschland stamme. Euch wünsche ich jetzt weiterhin viel Spaß beim Deutschlernen – beim Hochdeutsch lernen. Schaut mal bei slowgerman.com vorbei – dort gibt es noch viel mehr zu entdecken für Euch. Tschüss, Eure Annik.

 

May 1, 2014 0

Mehr wie immer unter www.slowgerman.com

Heute ist der 1. Mai. In Deutschland ist der 1. Mai ein gesetzlicher Feiertag – die Geschäfte bleiben geschlossen, die meisten Menschen müssen nicht zur Arbeit. Warum dieser Tag ein Feiertag ist? Es ist der Tag der Arbeit, wie in vielen anderen Ländern auch.

Die Geschichte dieses Tages ist alt: Am 1. Mai 1856 gab es in Australien Massendemonstrationen. Die Menschen forderten den Achtstundentag. Also dass sie pro Tag nur noch acht Stunden arbeiten wollten. Zwölf Stunden Arbeit pro Tag waren damals normal. 1886 gab es wegen des gleichen Themas einen Streik in den USA, auf dem Haymarket in Chicago. Demonstranten und Polizei kämpften gegeneinander, die Gewalt eskalierte. Eine Bombe tötete sieben Polizisten – anschließend wurden bei Kämpfen 200 Arbeiter verletzt und einige getötet. Drei Jahre später wurde der 1. Mai als „Kampftag der Arbeiterbewegung“ ausgerufen, um der Opfer zu gedenken.

Wie sieht nun der 1. Mai in Deutschland aus? In Berlin, genauer gesagt im Stadtteil Kreuzberg, gibt es Straßenfeste und Demonstrationen. Oft kommt es dort zu Ausschreitungen und zu Gewalt.

Die Nacht zum ersten Mai, also die Nacht vom 30. April auf den 1. Mai, wird Walpurgisnacht genannt. Walburga war eine Heilige aus England. Bei der Walpurgisnacht denkt man aber nicht an eine Heilige, sondern an Hexen: Angeblich feiern die Hexen in dieser Nacht ein Fest auf Bergen und Hügeln, vor allem auf dem Blocksberg, der eigentlich Brocken heißt und im Harz-Gebirge liegt. In der Mainacht werden große Maifeuer entfacht, um die bösen Geister zu vertreiben. Dazu gibt es dann ein großes Fest, den „Tanz in den Mai“. Die Mainacht ist für junge Männer auch die Zeit, in der sie losziehen um Streiche zu spielen: Sie wickeln Klopapier um Autospiegel oder bewerfen Häuser und Autos mit Eiern und sprühen sie mit Rasierschaum ein.

Hier in Bayern werden am 1. Mai die Maibäume aufgestellt. Fast jede Gemeinde und auch manche Stadtteile haben einen Maibaum. Das ist der Stamm eines hohen Baumes, dem die Äste entfernt werden. Dann wird er in Handarbeit über mehrere Wochen geschliffen und mit weiß-blauen Streifen bemalt. Am 1. Mai gibt es dann ein großes Fest, und der neue Baum wird in der Ortsmitte aufgestellt. Heutzutage geschieht dies meist durch einen Kran. Aber manche Gemeinden sind stolz darauf, den riesigen Baum auch heute noch per Hand aufzustellen – mit langen, zusammengebundenen Holzstangen. Das dauert ganz schön lange! Die Besucher sitzen solange zusammen, essen und trinken und tanzen zur Blasmusik. Der Maibaum gilt wahrscheinlich als Fruchtbarkeitssymbol – ganz genau weiß man das nicht. Aber immerhin haben schon die Wikinger am 1. Mai Bäume aufgestellt.

In manchen Regionen stellen junge Männer den Frauen, die sie lieben, einen kleinen geschmückten Maibaum heimlich in den Garten.

Es gibt übrigens noch einen Brauch, den ich in diesem Zusammenhang sehr lustig finde: Der Versuch, einen Maibaum zu stehlen. Alles beginnt damit, dass ein großer Baum in einem Schuppen oder einer Scheune aufgestellt wird. Dann wird er dort bearbeitet und zum prächtig geschmückten Maibaum. In dieser Zeit versuchen Gruppen aus den umliegenden Gemeinden, den Baum zu stehlen. Wenn sie es schaffen, müssen die Maibaumbesitzer meist Bier und Essen bezahlen, um ihren Baum wiederzubekommen. Und dann wird gemeinsam gefeiert – mit den Dieben. Damit der Baum also nicht geklaut werden kann, bewachen ihn die Menschen bei der so genannten Maibaumwache. Sie sitzen also die ganze Nacht bei ihrem Maibaum, damit er nicht gestohlen wird. Und dennoch schaffen es schlaue Gruppen immer wieder, den riesigen Baum zu klauen!

Ich wünsche euch jetzt einen schönen 1. Mai – und gehe erstmal zu einer schönen Maifeier. Bis zum nächsten Mal! Eure Annik

Apr 1, 2014 0

 

Slow German existiert seit 2007. Seit sieben Jahren also drücke ich mich vor diesem Thema. Aber jetzt muss ich es machen: Ich muss Euch über Fußball in Deutschland erzählen. Denn Fußball ist der wichtigste Sport der Deutschen – und deswegen darf ich ihn hier nicht länger ignorieren. Auch wenn mich persönlich dieses Hobby überhaupt nicht interessiert. Aber egal. Bitte schön:

 

 

 

Worum geht es beim Fußball? Zunächst einmal spielen zwei Mannschaften gegeneinander. Jede Mannschaft hat 11 Spieler. Zehn davon sind sogenannte Feldspieler, einer ist der Torwart. Der Ball darf nur mit dem Fuß oder dem Kopf berührt werden, nicht mit den Händen. Dann wird gespielt – 45 Minuten lang. Nach einer kurzen Pause geht es weiter – nochmal 45 Minuten lang. Das nennt man Halbzeit. Die erste Halbzeit und die zweite Halbzeit. Gespielt wird meistens auf grünem Rasen, auf einem rechteckigen Spielfeld mit zwei Toren an den kürzeren Seiten des Spielfelds. Tja, und das Ziel dieses Spiels? Einen Ball in das gegnerische Tor zu treten oder zu köpfen. Klingt doch eigentlich ganz simpel, oder? Ist es aber nicht, weil natürlich der Torwart und alle anderen Spieler der gegnerischen Mannschaft versuchen, das zu verhindern. Gewonnen hat die Mannschaft, die am meisten Tore geschossen hat. Wenn beide gleich viele Tore schießen, heißt das Unentschieden. Der Torwart darf den Ball übrigens mit den Händen berühren.

 

 

 

Jetzt erstmal zur Geschichte. Fußball ist kein deutsches Spiel. Erfunden wurde es in Großbritannien. Und zwar vor ungefähr 150 Jahren. Damals haben Studenten der Universität Cambridge sich Regeln ausgedacht für den Fußball, den es natürlich schon viel länger gab. Dann hat sich das Spiel verbreitet – und kam auch nach Deutschland, und zwar 1874. Ein Lehrer brachte das Spiel an eine Schule. Im gleichen Jahr wurde von Engländern der „Dresden English Football Club“ gegründet. Im Jahr 1900 wurde es dann typisch Deutsch: Der Deutsche Fußball-Bund DFB wurde gegründet. 1908 wurde Fußball olympische Disziplin. 1930 gab es die erste Fußball-Weltmeisterschaft. Seit 50 Jahren gibt es in Deutschland die Fußball-Bundesliga. In jeder Saison muss jeder Verein gegen jeden anderen Verein der Liga antreten – und daraus ergibt sich, wer am Besten spielt. Die schlechtesten zwei Mannschaften steigen in die Zweite Bundesliga ab. Beste Mannschaft ist derzeit der FC Bayern München. Vorher war es Borussia Dortmund.

 

 

 

Rund um den Fußball gibt es viele Begriffe, die man nicht sofort versteht. Da ist der Strafraum – das ist der Bereich vor dem Tor. Er ist mit Linien eingezeichnet. Hier gelten andere Regeln als im Rest des Fußballfeldes. Dann gibt es die gelbe und rote Karte – der Schiedsrichter, der also aufpasst, dass sich alle an die Regeln halten, kann diese als Strafe vergeben. Als Ermahnung für Fehlverhalten gibt es die gelbe Karte, und die rote Karte bedeutet, dass der Spieler das Spielfeld verlassen muss. Das nennt man Platzverweis. Und dann gibt es noch das „Abseits“ - aber das erkläre ich hier nicht. Wenn in Deutschland die Männer den Frauen zeigen wollen, dass diese Fußball nicht verstehen, fragen sie immer nach der Abseitsregel. Das ist mir hier zu gefährlich. Und ehrlich gesagt auch zu egal...

 

 

 

Nicht egal ist Fußball aber den zahlreichen Fans. Schon viele kleine Kinder, meistens Jungs, sind begeisterte Fußballfans. Sie kaufen sich die Trikots ihrer Stars, gehen natürlich selber in den Fußballverein und am Samstag ins Stadion. Das größte Stadion in Deutschland ist der Signal Iduna Park in Dortmund, da passen über 80.000 Menschen rein. Viele Fans haben eine Dauerkarte, gehen also die ganze Saison lang zu jedem Spiel. Sie hängen sich Schals um den Hals und kleiden sich in den Farben ihrer Mannschaft. Es gibt bestimmte Fan-Gesänge, und die Stimmung im Stadion ist wie bei einem Fest. Natürlich gibt es auch Schattenseiten, Ihr kennt sicher das Phänomen der Hooligans – aber das ist ein anderes Thema. Wir wollen heute den Sport und die Freude an diesem Hobby in den Mittelpunkt stellen.

 

 

 

Wobei – als Hobby darf man das alles gar nicht mehr bezeichnen. Denn es geht beim Fußball in erster Linie auch um Geld. Allein die Bundesliga hatte in der Saison 2011/2012 Einnahmen von über 2 Milliarden Euro. Da geht es natürlich auch um Werbung und um Merchandising. Dazu gibt es natürlich auch Ausgaben - der Einkauf von neuen Spielern ist teuer, mittlerweile werden gerne Millionen bezahlt, damit ein Spieler von einem Verein zum anderen wechselt.

 

 

 

Der große Fußballtag ist in Deutschland übrigens der Samstag – nachmittags finden die wichtigen Spiele statt, und am Abend kann man sich die Ergebnisse in der Sportschau im Fernsehen anschauen.

 

 

 

So, hätten wir dieses Thema also auch erledigt. Bis zum nächsten Mal! Dann wieder eine Premium Content Folge. Ich erzähle Euch, was uns in Deutschland gerade beschäftigt. Und ich freue mich, wenn Ihr diese Arbeit unterstützt und die Episode für einen Euro kauft. Danke schön! Eure Annik

 

Feb 28, 2014 0

Ludo aus Belgien hat mich daran erinnert, dass ich noch keine Folge zum Thema Karneval gemacht habe. Also wird es höchste Zeit!

Erstmal zum Begriff Karneval: Hier in Bayern sagen wir Fasching dazu, in Baden-Württemberg Fastnacht. Und dieser Begriff sagt am Besten, worum es geht: Um die Zeit vor der Fastenzeit. Diese beginnt am Aschermittwoch, und die Fastenzeit ist vor allem in katholisch geprägten Gegenden nach wie vor wichtig.

Während also in der Fastenzeit um Entbehrungen geht, während wir in dieser Zeit weniger oder gar nichts essen sollten oder auf bestimmte Genüsse verzichten sollten, geht es in der Zeit davor um ausgelassenes Feiern.

Die Menschen verkleiden sich. In Städten wie Köln gibt es riesige Karnevalsumzüge – dann ziehen die verkleideten Menschen mit Musikkapellen und riesigen Wagen durch die Stadt. Sie werfen Kamelle – also Bonbons – in die Menge und rufen „Alaaf!“. Andernorts ruft man „Helau!“. Die Karnevalshochburg Köln ist in dieser närrischen Zeit im Ausnahmezustand. Es wird gefeiert und getrunken, das normale Leben steht still.

Letztes Jahr war ich in Konstanz am Bodensee – dort wird die alemannische Fasnacht gefeiert. Es hat mir sehr gut gefallen. Es war traditioneller als in Köln. Die Menschen haben alte und sehr wertvolle Kostüme und Masken getragen, die so genannte Guggemusik war überall zu hören – das müsst Ihr Euch bei YouTube mal anschauen! Es war einfach wunderbar.

Auch im Fernsehen wird man vom Fasching nicht verschont – die so genannten Prunksitzungen werden manchmal sogar live übertragen. Dort stehen erwachsene Menschen verkleidet am Mikrofon und erzählen Witze. Ich finde das ehrlich gesagt überhaupt nicht lustig. Es gibt übrigens viele Vereine, die sich mit dem Fasching oder Karneval beschäftigen. Und diese Vereine wählen dann auch gerne ein Prinzenpaar – also einen Faschingsprinzen und eine Faschingsprinzessin – die dann für kurze Zeit die Stadt „regieren“.

Was passiert an den einzelnen Tagen? Los geht’s am Donnerstag. Oder auch „schmutziger Donnerstag“ oder „unsinniger Donnerstag“ oder auch Weiberfastnacht. In Konstanz, wo ich aufgewachsen bin, zogen die Frauen durch die Büros, schnitten den Männern die Krawatten ab und holten sie aus der Arbeit. Nach dem Wochenende kommen dann noch Rosenmontag und Faschingsdienstag – bis der Aschermittwoch alles beendet.

Hier in München gibt es beispielsweise auf dem Viktualienmarkt, einem sehr großen Obst- und Gemüsemarkt mitten in der Altstadt, den „Tanz der Marktweiber“. Sonst bleibt München in der Faschingszeit eher ruhig. Und das finde ich auch gut so. Dass Fasching ist, merke ich vor allem beim Bäcker: In der Zeit vor dem Aschermittwoch gibt es überall Krapfen zu kaufen – also in Fett ausgebackene runde Kugeln, die mit Marmelade oder Creme gefüllt sind. In anderen Teilen Deutschlands heißen sie Berliner.

In diesem Sinne: Alaaf und Helau!

Feb 11, 2014 0

 

Cemal aus der Türkei hat mich gefragt, wie es in Deutschland mit Filmen und Serien aussieht. Das ist ein schwieriges Thema, weil es da natürlich sehr viel zu erzählen gibt!

 

 

 

Fangen wir mit den Filmen an. Es gibt eine sehr lebendige deutsche Filmszene. Ich werde Euch in nächster Zeit auch immer wieder deutsche Filme hier vorstellen. „Good Bye Lenin“ und „Das Leben der Anderen“ habe ich Euch ja schon vorgestellt.

 

 

 

Ich habe mal nachgesehen, welche deutschen Filme in den deutschen Kinos in den vergangenen 50 Jahren am meisten Besucher angelockt haben. Interessant fand ich, dass es sich fast ausschließlich um Komödien handelt. Der erfolgreichste deutsche Film aller Zeiten ist „Der Schuh des Manitu“. Das ist eine Parodie auf alte Westernfilme, vor allem auf die alten Karl May-Filme. Es geht also um Cowboys und Indianer. Wer diesen Film gemacht hat? Eine Truppe um den deutschen Comedian Michael „Bully“ Herbig. Das ist ein Münchner Regisseur, Drehbuchautor, Schauspieler und Comedian. Gemeinsam mit seinen Kumpels Christian Tramitz und Rick Kavanian hat er viele Filme und Fernsehsendungen gemacht – alle lustig. Auch der zweit-erfolgreichste Film aller Zeiten ist von diesem Trio: „(T)Raumschiff Surprise“. Wieder eine Parodie – diesmal wird „Raumschiff Enterprise“ auf die Schippe genommen.

 

 

 

http://youtu.be/W6pn_y6a98E

 

 

 

Noch einer hat es gleich zwei Mal in die Top Ten geschafft: Otto. Otto ist ein Komiker der älteren Generation – ihn kennt in Deutschland jedes Kind. Und das seit Generationen. Ganz neu in den Top Ten ist ein Film, der jetzt gerade noch in den Kinos läuft. Er heißt „Fack Ju Göhte“. Wieder eine Komödie. Darin geht es um Lehrer und Schüler. Der Star des Films ist ein Schauspieler namens Elyas M'Barek – er hat derzeit eine Menge Fans. Eine weitere wichtige Figur – ob man ihn mag oder nicht – ist Til Schweiger. Er wurde als Schauspieler mit dem Film „Der bewegte Mann“ berühmt. Mittlerweile macht er selber Filme, die viele Deutsche ins Kino locken. Beispielsweise „Keinohrhasen“. Natürlich auch wieder eine Komödie.

 

 

 

http://youtu.be/X0PCh31Rlcg

 

 

 

Til Schweiger ist neuerdings auch Kommissar in der Reihe „Tatort“. Der Tatort ist eine Krimi-Sendung, die fast jeden Sonntagabend im Fernsehen läuft. Und das seit 1970. Der Tatort ist Kult – er hat viele Fans. Diese treffen sich oft auch in Kneipen, um gemeinsam den Tatort zu sehen. Oder sie quatschen bei Twitter unter dem Hashtag #tatort. Jeden Sonntag ist ein anderes Team im Einsatz – aus einer anderen deutschen Stadt. Sehr beliebt ist der Tatort aus Münster – er ist eher lustig als spannend. Viele Kommissarenteams sind schon seit vielen Jahren im Einsatz. Das Team aus München beispielsweise hat schon über 60 Fälle gelöst.

 

 

 

http://youtu.be/Wlba_7C4xrs

 

 

 

Krimis sehen die Deutschen ohnehin sehr gerne. Aber es gibt auch andere Serien, die seit vielen Jahren sehr beliebt sind. Die „Lindenstraße“ zum Beispiel. Das ist die erste deutsche Seifenoper – es gibt sie seit 1985. Jeden Sonntagabend kommt eine neue Folge – es geht um die Bewohner der Lindenstraße, wie der Titel schon sagt. Die Fernsehserie ist bekannt dafür, aktuelle Geschehnisse aus Deutschland in die Handlung einzubauen – oft ist sie sogar gesellschaftskritisch.

 

 

 

http://youtu.be/dO_vSVeV4NU

 

 

 

Die Hauptsendezeit ist in Deutschland um 20.15 Uhr. Dann kommen die großen Filme und so weiter. Um 20 Uhr kommt die Tagesschau, die Nachrichtensendung. Und vorher kommen die Vorabendserien. Da geht es um Landärzte, Förster oder Polizisten. Es gibt eine Serie, die ich Euch empfehlen kann, weil sie sehr schräg ist: „Der Tatortreiniger“. Es geht um Schrotty, einen Mann, der engagiert wird, wenn ein Mord passiert ist. Oder etwas ähnliches. Er wird dann gerufen, um zu putzen – und führt dabei gerne kuriose Gespräche mit den Nachbarn oder anderen Menschen in er Umgebung.

 

 

 

http://youtu.be/coghUoGnnI4

 

 

 

Ich persönlich sehe lieber amerikanische Serien als deutsche Serien. Aber wenn ich deutsche Serien sehe, dann die von Franz Xaver Bogner. Das ist ein bayerischer Fernsehmacher, der in den vergangenen 40 Jahren zahllose Serien produziert hat. Er beobachtet dabei die Menschen sehr genau und hat einen guten Sinn für Humor. Aber ich fürchte, für Deutschlernende sind die bayerischen Episoden schwer zu verstehen.

 

 

 

Um zu Cemal vom Anfang zurückzukommen: Es gibt auch eine deutsche Serie, die sehr beliebt war, die zu ihm passen könnte: „Türkisch für Anfänger“. Darin geht es um die Annäherung von Deutschen und Türken. Klingt gut, oder?

 

Jan 28, 2014 0

Irena aus Prag hat mich gebeten, über deutsche Marken zu sprechen. Und was fällt mir als Erstes ein? Schokolade natürlich. Milka und Ritter Sport. Milka ist die Schokolade mit der lila Kuh als Symbol. Und Ritter Sport sind kleine quadratische Schokoladentafeln. Gut, die Marke Milka an sich ist nicht deutsch – aber die Schokolade wird in Deutschland hergestellt. Und sie ist lecker.

Was gibt es noch für Marken? Über deutsche Automarken habe ich schon in Folge 74 gesprochen. Kommen wir zur Mode. Hugo Boss ist eine deutsche Marke, Joop ebenso und auch Karl Lagerfeld ist Deutscher. Man könnte also durchaus sagen, die Deutschen haben Geschmack, was Mode angeht, oder?

Auch wenn ich mich in meiner Küche umsehe, sehe ich deutsche Marken – oder zumindest Marken, die früher mal deutsch waren. Da ist die Spülmaschine von Siemens, die Waschmaschine von AEG, der Kühlschrank von Bosch.

Interessant finde ich vor allem, wenn Markennamen sich verselbständigen. Das bekannteste Beispiel ist die Marke Tempo. Tempo wurde 1929 in Nürnberg als Marke angemeldet – für ein Papier-Taschentuch. Heute sagt man gerne: „Hast Du ein Tempo für mich?“ – auch wenn es natürlich viele andere Marken gibt. Tempo ist also ein Wort geworden, das generell für Papiertaschentücher verwendet wird. Und das Wort Tesa steht für durchsichtigen Klebefilm. Ähnlich ist es mit dem Labello – das ist ein Fettstift für die Lippen. Und auch dieses Wort wird mittlerweile synonym für farblose Lippenstifte verwendet. Ach, und die Nivea-Creme kennt Ihr sicherlich auch, oder?

Lustig finde ich auch immer zu sehen, wie die Markennamen entstanden sind. Milka steht beispielsweise für Milch und Kakao. Mil-Ka. Oder Gummibärchen der Marke Haribo – Haribo steht für Hans Riegel, Bonn. Also die Firma, die die Gummibärchen herstellt. Genauso ist es bei den bekannten Sportartikeln von Adidas. Dahinter verbirgt sich der Name des Firmenchefs, Adolf Dassler. Kennt Ihr übrigens die Geschichte von Adi Dassler? Er hatte einen Bruder namens Rudolf. Und diese beiden Brüder haben sich so zerstritten, dass sie eigene Firmen gründeten, anstatt weiter zusammen zu arbeiten. Adolf war fortan der Chef von Adidas, Rudolf der von Puma. Und beide Schuhmarken kennt man auch heute noch.

Oft stehen einzelne Menschen hinter großen Marken. In Deutschland füttert man Kleinkinder zum Beispiel gerne mit Brei aus kleinen Gläschen. Sehr bekannt sind die Gläschen der Marke Hipp. Dahinter steckt das Familienunternehmen von Claus Hipp, der auch in der Fernsehwerbung noch auftaucht.

Eine Marke muss ich Euch noch mit auf den Weg geben: Steiff. Kennt Ihr die berühmten Steiff-Stofftiere? Sie sind zu erkennen an einem goldenen Knopf im Ohr, an dem ein gelber Zettel hängt. Steiff-Stofftiere sind sehr teuer, und früher mochte ich sie nicht, weil sie nicht besonders kuschelig waren. Aber noch heute ist diese Marke sehr bekannt und es gibt Menschen, die Steiff-Tiere sammeln.

Die Logos von vielen deutschen Marken habe ich übrigens auf einer Internetseite gefunden – ich verlinke sie hier: http://www.marken-des-jahrhunderts.de/marken. Welche deutschen Marken kennt Ihr noch? Begegnen sie Euch im Ausland?

Jan 21, 2014 0

Herzlich willkommen zu „Darüber spricht Deutschland“. Das sind spezielle Folgen des Podcasts Slow German. Normale Slow German-Folgen beschäftigen sich mit allgemeinen Themen über Deutschland. „Darüber spricht Deutschland“ beschäftigt sich mit aktuellen Themen. Ich möchte Euch erzählen, was in Deutschland gerade wichtig ist. Nicht nur in der Politik, sondern auch in der Gesellschaft. Diese speziellen Folgen kosten einen Euro – aber zwei Wochen später werden sie kostenlos angeboten. Wenn Ihr mich und meine Arbeit unterstützen wollt, freue ich mich sehr. Und wenn ich merke, dass Euch diese Folgen gefallen, werde ich mehr davon produzieren. So, los geht’s mit den Themen, die Deutschland in den vergangenen Wochen beschäftigt haben.

GroKo – die Große Koalition

Im September hat Deutschland gewählt. Das Ergebnis: Die CDU, die Christlich-Demokratische Union, war stärkste Kraft, schaffte aber keine absolute Mehrheit. Gemeinsam mit der CSU, der Christlich-Sozialen Union, bekam sie 41,5%. Also wurde eine Große Koalition aus den Parteien CDU/CSU und SPD angestrebt. 84 Tage lang wurde seitdem verhandelt – bis man sich über die neue Regierung einig war. So lange hat es noch nie gedauert. Bei Twitter und in anderen sozialen Netzwerken gab es den Hashtag #GroKo für Große Koalition. Und das wurde gleich zum „Wort des Jahres“ gekürt. Auch wenn es kein richtiges Wort ist, sondern eine Abkürzung. Ach, und falls Ihr es noch nicht wisst: Angela Merkel ist und bleibt die deutsche Kanzlerin.

Angela Merkels Neujahrsansprache

Wenn wir schon bei der Kanzlerin sind: Sie hat wie immer am letzten Tag des Jahres ihre Neujahrsansprache gehalten. Per Fernsehaufzeichnung hat sie sich an das deutsche Volk gewandt. Sie hat die Deutschen zu Mut, Leistungsbereitschaft und Zusammenhalt aufgerufen. Sie sagte, wir bräuchten Geduld – „Die Krise ist noch längst nicht überwunden“. Sie selber steckt gerade zumindest in einer körperlichen Krise: Nach einem Unfall beim Ski-Langlauf muss sie nun an Krücken gehen.

Michael Schumachers Skiunfall

Noch einen Skiunfall gab es, aber einen weitaus dramatischeren: Michael Schumacher ist verunglückt – das habt Ihr sicherlich auch außerhalb von Deutschland mitbekommen. Michael Schumacher ist 45 Jahre alt und Ex-Autorennfahrer. Sieben Mal war er Weltmeister in der Formel 1. Am 29. Dezember hatte er in Frankreich einen schweren Skiunfall. Seitdem liegt er im Krankenhaus. Er liegt im Koma und schwebt in Lebensgefahr. Deutschland spricht auch über seine Frau: Sie hatte die Journalisten um Rücksicht gebeten. Die Reporter belagern das Krankenhaus, manche von ihnen stören Ärzte oder versuchen sich sogar verkleidet in das Krankenzimmer zu schleichen, um Fotos zu machen.

Die Sternsinger

Noch eine schöne Nachricht zum Schluss: Es gibt in Deutschland seit 1959 die so genannte Sternsingeraktion. Kinder und Jugendliche verkleiden sich als die Heiligen Drei Könige Kaspar, Melchior und Balthasar, und gehen in den Tagen nach Weihnachten von Haus zu Haus. Sie singen ein Lied und bitten um eine Spende für ein Kindermissionswerk der katholischen Kirche. 2013 sammelten sie 43,7 Millionen Euro. Zum Abschluss schreiben sie mit geweihter Kreide an die Haustür den Segen „20 C+M+B 14“.

Gute Vorsätze

Bleiben noch die guten Vorsätze, die wir alle uns für das neue Jahr machen sollten. Weniger rauchen? Abnehmen? Gesünder leben? Mehr Zeit für die Kinder haben? Regelmäßig ins Yoga gehen? Das sind die üblichen Dinge, die man sich vornimmt, und spätestens im Februar wieder vergisst. Mein guter Vorsatz: Mehr Folgen machen für Slow German und meine anderen Podcasts. Mal sehen, ob es klappt…

Dec 3, 2013 0

Alex aus Kanada hat mich gebeten, über den Nikolaus zu sprechen. Ich kann gar nicht glauben, dass ich das noch nicht getan habe! Natürlich mache ich es gerne. Also:

In Deutschland kennt jedes Kind den Nikolaus. Allerdings gibt es zwei verschiedene Nikoläuse: Einen traditionellen und einen kommerziellen. Der kommerzielle Nikolaus sieht aus wie der amerikanische Santa Claus. Er hat einen roten Mantel mit weißem Rand, eine Mütze auf dem Kopf und einen weißen Bart. Der traditionelle Nikolaus sieht aus wie ein katholischer Bischof – denn beim Nikolaus geht es um eine alte Geschichte. Ich erzähle sie Euch kurz.

Nikolaus war der Bischof von Myra. Und zwar vor 1700 Jahren. Myra liegt in der heutigen Türkei. Damals hatten die Menschen dort Hunger. Es gab nicht genug zu Essen. Aber im Hafen lag ein Schiff mit Getreide für einen Kaiser. Der Bischof bat die Seeleute, einen Teil des Getreides an die hungernden Menschen zu geben. Er versprach ihnen, dass ihnen dadurch nichts schlechtes passieren würde. Die Seeleute gaben den Menschen also einen Teil des Korns. Und – welch ein Wunder – als das Schiff beim Kaiser ankam, fehlte nichts. Es gibt viele Legenden wie diese – schön, oder?

Bei uns jedenfalls ist der Namenstag des Nikolaus ein Feiertag für die Kinder. Sie stellen am Vorabend des Tages, also am 5. Dezember, abends ihre Stiefelchen vor die Türe. Am nächsten Morgen sind im Stiefel Nüsse, Orangen und Schokolade oder Lebkuchen. Mittlerweile sind auch manchmal Geschenke drin.

Ein anderer Brauch ist, dass am 5. Dezember der Nikolaus mit seinem Knecht Ruprecht von Haus zu Haus geht und die Kinder besucht. Er weiß, welche Kinder brav waren und welche nicht. Das steht in seinem goldenen Buch. Die braven Kinder bekommen Geschenke, die bösen Kinder werden vom Knecht Ruprecht geschimpft – früher wohl auch mit einer Rute verprügelt. Heute läuft das so ab, dass Eltern beispielsweise einen Studenten engagieren, der dann als Nikolaus verkleidet nach Hause kommt und den Kindern eine kleine Predigt hält – damit diese auch immer gut und brav sein sollen.

Hier in Bayern und in einigen anderen Regionen sollte man am Abend des 5. Dezember besser nicht allein vor die Tür gehen – dann ziehen schauerlich verkleidete Männer durch die Gegend und rasseln mit ihren Ketten. Sie heißen „Krampus“ und spielen Streiche, die nicht immer harmlos sind.

Die Kinder jedenfalls freuen sich schon auf den Nikolaus – und vielleicht wollt Ihr Euren Kindern auch eine Freude machen und stellt einen Stiefel vor die Tür? Vielleicht kommt der Nikolaus ja auch zu Euch!

Episode gleich anhören:

[audio:http://traffic.libsyn.com/slowgerman/sgnikolaus.mp3]

Episode <a href="http://traffic.libsyn.com/slowgerman/sgnikolaus.mp3">hier herunterladen</a>

Jun 20, 2013 0

Ich möchte Euch erzählen, worüber man gerade in Deutschland spricht. Kurz gesagt: Hochwasser, Obama, Wahlen und PRISM.

Zum Hochwasser: Das Wetter hält uns in Deutschland derzeit in Atem. Erst war es sehr kalt und hat einige Wochen lang geregnet. Viele Flüsse traten über ihre Ufer, viele Ortschaften und Städte wurden überschwemmt. Das bedeutet, dass viele Menschen jetzt kein Zuhause mehr haben: Die Häuser waren so voller Wasser, dass sie in den nächsten Monaten unbewohnbar sind. Es geht dabei nicht nur um sauberes Regenwasser, sondern auch um Heizöl und Fäkalien, die ins Wasser geschwemmt wurden. Betroffen sind vor allem Bayern und Ostdeutschland. Die Feuerwehr und andere Organisationen sowie viele Privatmenschen und freiwillige Helfer haben Sandsäcke gefüllt und Deiche gebaut, damit die Häuser nicht nass werden. Manchmal hat es funktioniert – oft leider nicht. Viele Betroffene leben jetzt bei Freunden oder der Familie, oder sie sind in Wohnwagen gezogen. Die Aufräumarbeiten haben vielerorts schon begonnen, sie werden aber lange dauern. Das Wetter schlug gleich um in das nächste Extrem: Gluthitze aus Afrika mit über 35 Grad, untypisch für Deutschland. Hier hat man zwar mittlerweile im Auto eine Klimaanlage, in Privathäusern aber nicht.

Der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika, Barack Obama, ist nach Berlin zu Besuch gekommen. Dafür wurde die ganze Stadt erstmal lahmgelegt: Hohe Sicherheitsvorkehrungen führten dazu, dass Straßen gesperrt wurden und zeitweise auch der Luftraum. 25 Stunden waren die Obamas in der deutschen Hauptstadt. Sie wurden gefeiert wie Könige. Natürlich dachte man auch an die berühmte Rede von John F. Kennedy, in der er 1963 im geteilten Berlin den Satz „Ich bin ein Berliner“ sagte. Auch Obama hielt eine Rede – aber keine historische Rede. Worüber sich vor allem im Internet die Menschen danach aufregten, war ein Satz der deutschen Kanzlerin Angela Merkel zum amerikanischen Internet-Spähprogramm PRISM. Sie sagte: „Das Internet ist für uns alle Neuland“.

Da sind wir auch schon beim nächsten Thema: PRISM beschäftigt die Deutschen sehr. Mit PRISM werden Menschen überwacht. Bekannt gemacht hat das Edward Snowden, ein ehemaliger Mitarbeiter von CIA und NSA. Aber ich nehme an, diese Geschichte ist so international, dass Ihr selber darüber Bescheid wisst.

Das letzte Thema, das uns noch die nächsten Wochen und Monate beschäftigen wird, sind die Wahlen. Am 22. September 2013 dürfen wir Deutschen wählen gehen. Wir werden demokratisch entscheiden, wer das Land die nächsten vier Jahre regieren soll. Haben die CDU/CSU und FDP das Sagen, oder werden Die Grünen mit der SPD die Regierung bilden? Oder gibt es gar eine so genannte große Koalition aus SPD und CDU/CSU? Bleibt Angela Merkel unsere Kanzlerin (sie ist es seit 2005), oder wird es Peer Steinbrück von der SPD? Die Kanzlerin – oder der Kanzler – wird übrigens nicht direkt gewählt. Aber dazu mehr in der Episode #031 von Slow German – „Das politische System“.

So, das hier war eine ganz neue Art von Slow German. Ich habe überlegt, einmal im Monat solche News-Podcasts zu produzieren. Allerdings werden sie wohl in den ersten zwei Wochen nicht kostenlos sein, sondern einen Euro pro Folge kosten. Danach stelle ich sie für alle kostenlos ins Netz. Ich hoffe, Ihr seid bei diesem Test dabei und habt Spaß daran zu erfahren, worüber Deutschland gerade redet!

Apr 23, 2013 0

Frank hat mich gebeten, über die deutsche Automobilindustrie zu sprechen. Auch wenn ich selber mich nicht sehr für Autos interessiere, erzähle ich Euch gerne alles, was ich zu diesem Thema weiss.

1885 wurde das Auto erfunden. Der Erfinder war Carl Benz, ein deutscher Ingenieur. Das erste Auto hiess “Benz Patent-Motorwagen Nummer 1″. Bis heute spielt die Automobilindustrie in Deutschland eine sehr große Rolle. 2011 wurden 6 Millionen Autos in Deutschland gebaut, weitere 7 Millionen deutsche Autos wurden im Ausland gebaut. Drei Viertel der in Deutschland gebauten Autos werden in das Ausland verkauft, also exportiert. Nur China und die USA bauen mehr Autos als Deutschland. 730.000 Menschen arbeiten in der Automobilindustrie in Deutschland. Somit ist die Automobilindustrie der wichtigste Industriezweig in Deutschland. Interessiert Euch, wie viel Geld damit verdient wurde? 351 Milliarden Euro in 2011. 11 Prozent mehr als 2010.

Kommen wir zu den wichtigsten deutschen Automarken. Fangen wir bei A an wie Audi. Die Firma wurde 1909 gegründet und befindet sich heute in Ingolstadt, also in Bayern. Seit zehn Jahren gehört Audi zum Volkswagen-Konzern, das heißt 99,55 % der Aktien gehören der Volkswagen AG.

Ebenfalls in Bayern, genauer gesagt in München, befindet sich die bekannte Automarke BMW. Es gibt sie seit 1916, und BMW steht für Bayerische Motoren Werke. Zu Beginn produzierte die Firma Flugmotoren, später Motorräder, dann Autos. Heute gehören auch Rolls Royce und Mini zu BMW.

Weiter geht‘s mit Daimler. 1891 wurde die Daimler-Motoren-Gesellschaft gegründet. Ab 1899 tauchte auch der Name Mercedes auf. Später dann Mercedes-Benz. Die Firma hat ihren Sitz in Stuttgart, also in Baden-Württemberg. Oft sieht man in deutschen Städten den kleinen Smart, er gehört ebenfalls zu Daimler. Mittlerweile gibt es ihn auch als e-smart zu kaufen, also mit Elektro-Antrieb.

Ebenfalls in Stuttgart sitzt die Porsche AG, die es seit 1931 gibt. Ferdinand Porsche machte sich in diesem Jahr selbständig – und baute fortan Sportwagen. Seit 2012 gehört die Porsche AG komplett dem Volkswagen Konzern.

Zwei Marken fehlen noch. Da wäre die Firma Opel aus Rüsselsheim in Hessen, gegründet schon 1862 – damals wurden aber natürlich noch keine Autos gebaut, sondern Nähmaschinen und später Fahrräder. Opel wurde von General Motors gekauft und stürzte in die Finanzkrise.

Zuletzt noch Volkswagen. Während die anderen Konzerne im Süden Deutschlands beheimatet sind (und Opel in Hessen, also in der Mitte), sitzt der VW-Konzern in Wolfsburg, also in Niedersachsen, im Norden Deutschlands. Er wurde 1937 gegründet. Zum Konzern gehören heute Marken wie Audi, Bentley, Ducati, Lamborghini, MAN, Seat und noch einige andere. Damit ist die VW AG (Ag steht für Aktiengesellschaft) der größte Automobilhersteller Europas. Und wie fing alles an? Leider mit Adolf Hitler. Der wollte ein Auto haben, das sich nicht nur die Reichen leisten konnten, sondern viele Deutsche. Ferdinand Porsche, Ingenieur in Stuttgart, sollte einen Prototyp entwickeln. Daraus wurde der Volkswagen, ein Wagen für das Volk.

Audi, Mercedes, BMW – das sind vor allem große Autos. Und sie werden derzeit leider immer größer. Den Deutschen gefällt der amerikanische Trend der SUVs. Auch wenn unsere Innenstädte klein und eng sind und es wenig Parkplätze gibt – die Autos werden immer größer. Mich persönlich ärgert das sehr. Mich ärgert auch, dass nach wie vor kaum auf alternative Energien gesetzt wird. Natürlich forschen alle großen Konzerne in diesem Bereich – sie versuchen das Rätsel zu lösen, wie wir auch ohne Benzin existieren können. Aber erst jetzt kam beispielsweise der e-smart auf den Markt – und er ist noch sehr, sehr teuer. Ich finde es schade, dass die großen deutschen Automobilhersteller nicht modern und innovativ sind und führend in der Herstellung von umweltfreundlichen Autos.

Das beliebteste Auto in Deutschland ist übrigens der VW Golf. Und das seit über 30 Jahren. Auf Platz zwei ist der VW Passat, auf Platz 3 der kleine VW Polo. Erst danach kommen Mercedes und Opel.

Die Deutschen haben fast 52 Millionen Autos. Die meisten davon sind Volkswagen, danach kommen Opel, Mercedes, Ford, BMW, Audi und dann Renault, Toyota, Peugeot und Skoda.

Jetzt fragt Ihr Euch vielleicht, was für ein Auto ich selber fahre – ich fahre einen Ford. Einen winzig kleinen Ford namens Ford-Ka. Damit bekomme ich auch in der Stadt meistens einen Parkplatz, und ich muss nicht viel Geld für Benzin ausgeben. Und zum Glück kann man in den deutschen Städten auch gut ohne Auto leben – man fährt mit dem Fahrrad oder mit Bus, U- und S-Bahn oder der Straßenbahn. So, ich hoffe nun wisst Ihr mehr über das Thema Autos in Deutschland.

Apr 4, 2013 0

José Antonio hat mich gebeten, über den Mauerfall zu sprechen. Dazu müssen wir erst einmal wissen, um welche Mauer es geht, oder?

1945 war der Zweite Weltkrieg vorbei. Deutschland hatte den Krieg verloren. Also wurde Deutschland in vier Teile aufgeteilt, die so genannten Besatzungszonen. Ein Viertel wurde von den USA verwaltet, ein Viertel von der UdSSR, ein Viertel von Frankreich und eines von Großbritannien. Auch Berlin, damals die Hauptstadt, wurde in Sektoren geteilt. 1949 wurde die Bundesrepublik Deutschland gegründet – sie umfasste den amerikanischen, französischen und britischen Sektor Deutschlands. Auf dem sowjetischen Sektor wurde die DDR gegründet. Der neuen BRD ging es durch den Marshall-Plan der Amerikaner wirtschaftlich gut – im Gegensatz zur DDR. Außerdem gab es in der sozialistischen DDR strenge Regeln, beispielsweise was die Reisefreiheit anging. Immer mehr Menschen flüchteten aus der neuen DDR in die Bundesrepublik Deutschland. Bis 1961 sollen es 3,1 Millionen Menschen gewesen sein. Also wurden Zäune errichtet, um sie zu stoppen. Das war aber nicht genug.

Im August 1961 begann der Mauerbau. Man baute eine Mauer, damit niemand mehr die Grenze überwinden konnte. Die Grenze verlief um den französischen, britischen und amerikanischen Sektor von Berlin – das wurde zu „West-Berlin“. Der sowjetische Sektor wurde „Ost-Berlin“. Die Mauer verlief mitten durch die Stadt, auf ungefähr 45 Kilometern Länge. Teilweise war sie so nah an den Häusern, dass die Türen und Fenster zugemauert wurden, um Fluchtversuche zu verhindern – die Bewohner konnten nur durch die Hintertüren in ihre Häuser kommen.

Die Grenze wurde von Soldaten bewacht – sie hatten den Befehl zu schießen, wenn jemand versuchen sollte, zu flüchten. Bis zu 245 Menschen sollen getötet worden sein – die genaue Zahl kennt niemand. Über 5000 Menschen schafften es, in den Westen zu fliehen.

Zwei Jahre nach dem Mauerbau kam der damalige US-Präsident John F. Kennedy nach Berlin. Er hielt eine Rede, in der die Worte „Ich bin ein Berliner“ vorkamen. Kennedy sprach diese Worte auf Deutsch und erntete dafür großen Jubel. Noch heute kennen diesen Satz die meisten Deutschen.

Fast 30 Jahre lang existierte die Mauer in Berlin. Sie wurde für die Berliner zur Normalität. Aber in der DDR passierte immer mehr: Menschen flohen in den Westen und forderten Reisefreiheit. Sie wollten nicht eingesperrt leben. Es gab Massenkundgebungen, also große Demonstrationen. Ein neues Reisegesetz sollte die Menschen beruhigen. Nachdem es durch Zufall am 9. November 1989 zu früh verkündet wurde, jubelten die Menschen und viele gingen zur Grenze – sie wollten ausreisen. Die Grenzbeamten wussten nicht, was sie machen sollten – und öffneten schließlich die Grenze. Viele tausend Menschen kamen so nach West-Berlin. Die Menschen hier feierten natürlich auch. Für jeden Übersiedler – also einen Menschen, der von Ost nach West zog, gab es 100 D-Mark Begrüßungsgeld.

Die Mauer und somit die Grenze wurde weiterhin kontrolliert – bis zum 1. Juli 1990. Ein halbes Jahr lang wurde die Mauer abgerissen – nur sechs Abschnitte blieben stehen. Sie sollen an die Teilung erinnern. Und die so genannten Mauerspechte klopften mit Meißeln und Hämmern auf die Mauer ein und verkauften die kleine Stücke – oder nahmen sie mit nach Hause, zur Erinnerung. Ein Specht ist übrigens eigentlich ein Vogel, der mit seinem spitzen Schnabel Löcher in Bäume bohrt, um dort nach Nahrung zu suchen. Auch hier in München steht ein Stück der Berliner Mauer als Denkmal!

Wer heute nach Berlin fährt, sieht kaum noch etwas von der ehemaligen Trennung. Es gibt noch einige leere Grundstücke, die auffallen, und einige Denkmäler, die an die Mauer erinnern. Besonders gut finde ich die Idee, den Verlauf der Mauer auf dem Boden durch Pflastersteine zu kennzeichnen. Das ist zum Beispiel am Brandenburger Tor gut zu sehen. Aber sonst wirkt die Stadt so, als wäre sie wieder zusammengewachsen. Dennoch kenne ich Menschen, die in Berlin leben – und die machen noch einen großen Unterschied zwischen Ost und West. Hier wird man auf die junge Generation warten müssen, die keine Erinnerung mehr an die Mauer hat.

Am berühmten Checkpoint Charlie, an dem sich einst Panzer gegenüberstanden, gibt es übrigens ein Mauermuseum – falls Ihr in nächster Zeit einmal nach Berlin kommt, müsst Ihr unbedingt hingehen.

So, das war stark verkürzt die Geschichte der Mauer – es ist sehr interessant, was sich in dieser Zeit in Deutschland ereignet hat. Im Internet gibt es die Seite http://www.die-berliner-mauer.de, die Ihr Euch ansehen könnt.

Das war Slow German für heute – ich nehme gerade übrigens alle Folgen noch einmal auf, diesmal normal schnell gelesen. Ihr findet den Link auf www.slowgerman.com. Außerdem gibt es bald weitere Absolute Beginner-Folgen und neue Slow-German-Folgen. Und ich gehe gerade auf Sponsorensuche, damit ich mehr Zeit in die Produktion dieses Podcasts stecken kann. Also keine Angst, Slow German ist nicht tot! Ich hoffe, Euch macht es genau so viel Spaß wie mir!

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